Taiji Bailong Ball

Taiji Bailong Ball (Bailong = Weißer Drache) verbindet die Eigenschaften von westlichen Ballsportarten mit der Bewegungsart und den Prinzipien des Taijiquan.
Beim Taiji Bailong Ball benutzt man einen besonderen, mit einer Gummifläche bespannten Fänger und spielt einen teils mit Sandkörnern gefüllten Ball.

Bei den meisten Ballsportarten wird der Ball durch verschiedene Handtechniken kräftig linear hinaus geschlagen, dabei wird der Ball punktuell getroffen. Beim Taiji Bailong Ball wird der Ball nicht geschlagen.

Um den Ball in eine Richtung zu transportieren bedarf es eines Bewegungsprozesses bestehend aus:

  1. Racket geht dem anfliegenden Ball entgegen;
  2. Ball und Racket vereinigen sich und gleichzeitige Beschleunigung durch einen kreisförmigen Beschleunigungsweg;
  3. Abbremsen des Rackets, dadurch fliegt der Ball weiter.

Wichtig: der Ball verlässt das Racket aus einer Seite, nicht aus der Frontalfläche!

Theorie-Richtig-150x150 Theorie-Falsch-150x150

IMG_1165Professor Bai Rong ist Professor für Sportwissenschaften an der Jinzhong Hochschule für medizinische Fachkräfte der Provinz Shanxi. Die Geschichte des Professor Bai:

Boxen hat immer mit Schlägen zu tun, und als Trainer von Einstiegsklassen musste Prof. Bai Rong stets überlegen, wie er seine Schüler am besten vor den harten Stößen und Verletzungen schützen kann. Verletzten sich Schüler schwer bzw. gab es Beschwerden wegen Verletzungen, so würde auch die Stelle des Box-Trainers Bai Rong mit seiner Verantwortung für seine Schüler gefährdet sein.

Um Vorzubeugen hatte Trainer Bai Rong letztlich die Idee, den Boxhandschuh statt des Futters mit einer aufgeblasenen Volleyball-Ballblase zu füllen, es ergab eine Art Airbag, die die Schläge enorm entschärften. Doch es gab bei dieser Konstruktion das Problem, dass die Handschuhe dadurch zuviel Masse besaßen, unhandlich und zu leicht wurden.

Zur Lösung des Problems wurde statt Luft Wasser in die Ballblase hineingepumpt. Durch die Substitution konnte ein noch effektives Training abgehalten werden, da nun das Gewicht des Handschuhs dem reellen Handschuh ungefähr entsprach, dabei die Dämpfwirkung enthielt und die Verletzungsgefahr minimiert wurde. Bei der Entwicklung des „Sicherheits“-Handschuhs kam Prof. Bai Rong auf die Erkenntnis, dass sich das „Luft-Wasser-Airbag“ weder wegrollt noch aufspringt sowie leicht zu fangen und zu werfen ist.

Am Anfang wurde aus Spaß das „Luft-Wasser-Airbag“ mit Waschschüsseln hin und her gespielt/geworfen, dann wurde die Waschschüssel durch ein Wok ersetzt, das wiederum durch einen aus Metall gefertigten Wok-ähnlichen Schlägers mit einer festen Wölbung ersetzt wurde. Nach zahlreichen Spielversuchen und Training wurde dann erkannt, dass man mit dem Wok-ähnlichen Schläger nicht in Lage war Rückhand zu spielen. Erst da wurde statt der festen und starren Wölbung eine weiche elastische Fläche in den Fänger eingearbeitet, sodass man nun in der Lage war sowohl Vorhand als auch Rückhand zu spielen. So war der erste Rohentwurf und Vorläufers des Taiji Bailong Balls geboren.

 

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Alles was Sie zum spielen benötigen ist ein Fänger und ein Ball.
Fänger:
Es gibt verschiedene Fänger. Der Unterschied liegt in der Bespannung. Für Anfänger gibt es eine weiche (lockere) Bespannung. Dadurch ist es einfacher den Ball im Fänger zu halten. Für Tuniere sind diese Fänger nicht zugelassen.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Der Ball sieht aus wie ein Tennisball. Es gibt einen kleinen aber feinen Unterschied – er ist mit Sand gefüllt. Damit hat er keine Sprungkraft. Es gibt verschiedene Bälle. Weiche für Menschen mit Behinderungen (z.B. Rollstuhlfahrer). Bälle mit Lederbespannung, harte Bälle (ähnlich dem Tennisball) und Turnierbälle.

TBB_Spiel

Der Taiji Bailong Ball Sport (TBB) beinhaltet die Spielvarianten Soloplay und Multiplay.

Beim Soloplay „tanzt“ man mit dem Racket und dem Ball. Man versucht den Ball so in Schwung zu bringen, dass er aufgrund der Zentrifugal- und Zentripetalkraft der Schwerkraft widersteht und am Racket „kleben“ bleibt. Das Soloplay wird idealerweise zur Musik gespielt, dabei kann man seiner Kreativität freien Lauf lassen … vorausgesetzt der Ball fällt nicht auf den Boden!

Das Soloplay wird in folgende Disziplinen kategorisiert:

  • TBB-Soloplay-Standardformen: festgelegte Bewegungssequenzen zur Musikansage.
  • TBB-Soloplay-Freestyle: freie Improvisation von Bewegungsfolgen zur eigenen Musik.
  • TBB-Soloplay-Formation: Soloplay mit einer Gruppe mit Standardformen oder Freestyle.

Beim Multiplay spielen sich Spielpartner den Ball unter der Berücksichtigung der TBB-Prinzipien und Spielphilosophie zu. Schlagen ist nicht erlaubt. Bloßes Lupfen aus dem Handgelenk oder Schmettern aus dem Arm gelten als unelegant und falsch. Der Schwungprozess sollte vom Annehmen bis zum Entlassen des Balles als eine Einheit erkennbar sein. Die Schwungtechniken werden in drei Kategorien eingestuft: Grundtechniken, versteckte Techniken und fortgeschrittene Techniken.

Es gibt im Multiplay die folgenden Disziplinen:

  • TBB-Multiplay-Freestyle: ohne Begrenzung wird der Ball zwischen mindestens 2 Spielern hin und her gespielt, wobei auch Soloplay-Elemente eingebaut werden können.
  • TBB-Multiplay-Kooperativ: auf einem TBB-Spielfeld wird über ein Netz von 1,75 m gespielt, wobei beide Spielpartner gemeinsam innerhalb von 2 Minuten Punkte sammeln.
  • TBB-Multiplay-Gegeneinander: auf einem TBB-Spielfeld wird über ein Netz von 1,75 m gespielt, wobei zwei Spieler gegeneinander auf Punkte und Sätze spielen.